Herren-Lacrosse

© Jacob Bieker

Herren-Lacrosse erscheint zunächst als Mischung aus Eis- und Feldhockey, und enthält in der Tat auch Elemente dieser Sportarten. Allerdings wird jedem Spieler schnell klar, das das Lacrosse-Spiel auch Bewegungen und Grundideen einer Vielzahl anderer Sportarten miteinander kombiniert.

Die Schläger der Herren sind einen Meter (Angriff/Mittelfeld) oder 1,80 Meter (Verteidigung) lang. In der Regel bestehen sie aus einem Metallschaft mit Kunststoff-Kopf und Nylon- oder Ledernetz. Mit dem Schläger wird der Hartgummiball, der in der Größe etwa mit einem Tennisball vergleichbar ist, getragen, geworfen, gefangen, gepasst, vom Boden aufgenommen, und auf das 1,80 x 1,80 Meter große Tor geschossen. Der Ball darf beliebig weit getragen und abzüglich der Hand mit jedem Körperteil berührt werden.

Es treten zwei Mannschaften auf einem Spielfeld, dessen Größe dem eines Fußballfeldes entspricht, gegeneinander an. Es besteht eine klarer Aufteilung des Teams: 1 Torwart, 3 Verteidiger, 3 Mittelfeldspieler und 3 Angreifer. Außerdem können maximal 13 Auswechselspieler eingesetzt werden, die fliegend eingewechselt werden. Das Feld wird durch eine Mittel- und zwei Drittellinien unterteilt, die zur Abseitsregelung dienen: Angreifer dürfen nicht in die eigene Hälfte, Verteidiger nicht in die gegnerische. Beim Face-Off („Anpfiff“) dürfen nur die Mittelfeldspieler im mittleren Drittel stehen. Die Tore sind ins Feld gerückt und können wie beim Eishockey umlaufen werden.

Bei den Herren sind Handschuhe und Helm Pflicht, aber auch Armschoner und Schulterpolster sollten bei einem Spiel genauso wenig wie ein Tiefschutz fehlen. Der balltragende Spieler darf von seinen Gegnern mit dem Schläger und dem Körper attackiert werden: Beim Stick-Check schlägt der Verteidiger mit seinem Schläger auf den Stick oder die ballführende Hand des Angreifers, beim Body-Check setzt der Verteidiger seinen Körper ein, um den Gegner von vorne oder der Seite zu treffen.

Fouls werden durch Strafzeiten von 30 Sekunden bis zu 3 Minuten geahndet. Dazu zählen jeder härtere Kontakt von Schläger auf Körper oder Helm, Body-Checks von hinten, unnötige Härte, unsportliches Verhalten, Abseits, und noch vieles mehr.

Es werden 4 Quarter gespielt mit je 20 Minuten gespielt, das Team mit den meisten Toren gewinnt. Bei gleichem Torstand nach 80 Minuten wird eine Entscheidung durch Verlängerungen und schließlich Sudden-Death herbeigeführt. Dies ist jedoch aufgrund der Spielstände, die sich oft im niedrigen zweistelligen Bereich bewegen, recht selten.

Auch wenn Herren-Lacrosse sehr körperbetont ist, so lebt das Spiel hauptsächlich von seiner Schnelligkeit! Mangelnde Körpergröße kann durch Technik, Erfahrung, Reflexe und Kondition wettgemacht werden. Wer sich ein besseres Bild von dem Sport machen möchte, dem sei an Herz gelegt, ein hochklassiges Spiel anzuschauen: